Wir sind Klasse!
Ausgrenzung, Bevorzugung, Mobbing, Prüfungsangst, Langeweile und Geschlechtertrennung, aber auch Freundschaft, Selbstbewusstsein, Akzeptanz und vor allem Zusammenhalt und Klassengeist. Alle diese Themen veranschaulicht die Klasse in vielen verschiedenen Szenen aus dem Schulalltag, von welchen fast jeder sicherlich schon mindestens eine erlebt hat.
3./4. Klasse, Lohn-Ammannsegg
Leitung: Julian Adam
Theaterpädagogin: Manuela Glanzmann
Die Klasse startet mit dem Thema Mobbing. In verschiedenen Szenen dürfen einzelne Kinder nicht mitspielen, sie werden im Wald «vergessen» und ausgelacht. Dann sieht man eine Szene auf dem Pausenplatz. Alle Kinder spielen fröhlich mit Bällen. Doch zu «Another one bites the dust» kommen auf einmal sieben Gestalten auf die Bühne. Arme verschränkt, Basecap verkehrt auf dem Kopf und mit einem selbstbewussten Grinsen im Gesicht nehmen sie den Kindern die Bälle weg, treiben sie zusammen und beginnen, sie aufs gröbste zu beleidigen: «Du Hydrant», «Du Briefchaste», «Du Ungerhose». Dies wollen sich die Kinder jedoch nicht endlos gefallen lassen. Sie beschliessen «Jetzt wehre mer üs!» und gemeinsam können sie die fiesen Mobber problemlos in die Flucht schlagen.
Danach behandeln sie das Thema Prüfungsangst. Auf das Ankünden einer Prüfung hat eine Schülerin einen kompletten Nervenzusammenbruch und benötigt viel Hilfe und Zuspruch ihrer Klasse. Deshalb gehen sie mit ihrem Lehrer Herr Meier ins «Museum gegen Prüfungsangst». Zuerst finden sie es total langweilig. Dann bemerken sie aber, dass die ausgestellten Roboter, die Tipps gegen Prüfungsangst geben, beim Dücken des zweiten Knopfes viel lustiger sind. Aber ob das etwas bringt gegen Prüfungsangst?
Dann, nach einem gegenseitigen Marionettenspiel zum Thema Klassenchef:in sollten sich die Schüler einer Klasse in zwei Kreisen aufstellen, was problemlos klappt. Nachdem ihre Lehrerin jedoch bemerkt, dass sie sich einfach in Jungs und Mädchen aufgeteilt haben, versucht sie verzweifelt ihre Klasse dazu zu bringen, sich zu mischen. Doch als sich die Schüler nicht in geschlechtsgemischten Zweiergruppen finden wollen und sich die Jungs viel zu sehr freuen, dass sie eine Jungs-Gruppe machen können, da es nicht aufgeht, fragt die Lehrerin schliesslich was ihr Problem sei und die Schüler legen los: «Die Mädchen helfen nie beim Aufräumen nach dem Turnen», «die Jungs hören nie zu und sind laut im Unterricht», «Die Mädchen kreischen immer rum», «die Jungs wollen immer nur Fussball spielen» etc. Aber sie kommen trotzdem zum Schluss: «Mädchen sind ja gar nicht mal so schlimm.»
Kommentar Janosch
Ich fand, das Stück sehr angenehm, da immer etwas passiert ist und es keine zu langen Pausen gab. Besonders an der Aufführung hat man gemerkt, wie sehr sich jeder in dem Stück wiederfinden konnte und wie jede Klasse auf eine gewisse Weise eigentlich gleich ist.
Text: Janosch Straumann, Kantonsschule Olten
Fotos: Esteban Rossier, Timo Ackermann & Jennifer Thai, Kantonsschule Olten