Misch dich nicht ein

Wir machen oft aus einer Mücke einen Elefanten, selbst banale Dinge können zu grossen Problemen werden. Mit diesem Problem hat sich die 4. Klasse aus Zuchwil unter der Leitung von Jean Pierre Thaler in den letzten Monaten befasst. Die Idee ist bei einer Beobachtung der Klassen-Dynamik entstanden, als sie bemerkt haben, dass die Kinder es lieben Geschichten aufzublasen.

4. Klasse, Zuchwil

Leitung: Jean-Pierre Thaler
Theaterpädagogin: Manuela Glanzmann


Die Aufführung beginnt bald. Die Spannung steigt, der Saal füllt sich und die Scheinwerfer gehen an. Die Schülerinnen und Schüler starten mit einem Klatschspiel, rennen schnell im Kreis und bleiben abrupt stehen. Anschliessend streiten sie sich. Andere Personen mischen sich ein, und nach einer Weile bemerken alle, dass sie sich eigentlich gar nicht streiten wollten und das Problem nur aufgeblasen haben.

Genau darum geht es in dem Theaterstück. Menschen machen viel zu oft aus Mücken Elefanten, indem sie sich unnötig einmischen. Die Klasse 4c aus Zuchwil versucht, diese Botschaft durch verschiedene Kurzgeschichten zu vermitteln.

In einem Beispiel hat ein Mädchen einen Kaugummi. Ein Junge sieht das und erzählt es der Lehrerin, woraufhin diese die Eltern des Mädchens anruft. Dadurch bekommt das Mädchen Probleme.

In einem anderen Beispiel kritisiert ein Junge die Sandburg zweier Mädchen und sagt, sie sei nicht gross und schön genug. Die Mädchen reagieren darauf, indem sie ihm Sand in die Augen werfen. Diese Szenen sollen zeigen, dass man sich nicht in alles einmischen sollte, da dies letztlich nichts bringt und nur zu Stress führt.

Später im Stück behandeln die Schülerinnen und Schüler das Thema Gerüchte. Dabei wird sehr gut dargestellt, wie sich solche Geschichten entwickeln. Sie beginnen mit einer einfachen Aussage, und jede Person, die diese weitererzählt, fügt etwas hinzu. So wird beispielsweise aus «Leon hat ein Buch gestohlen» schliesslich «Leon ist in die Bibliothek eingebrochen, hat ein Buch gestohlen und die Bibliothek anschliessend abgefackelt.»

Die Schülerinnen und Schüler fragen sich daraufhin, ob das alles wirklich so passiert ist, und kommen zu der Erkenntnis, dass es «manchmal schon etwas übertrieben ist und wir die Geschichten aufpumpen, bis sie irgendwann platzen».

Dies stellen sie auch pantomimisch dar: Jemand pumpt etwas auf, bis es platzt, woraufhin alle zu Boden fallen. Zum Schluss verwandeln sich die Schülerinnen und Schüler in Mücken, die auf der Bühne herumflattern. Dies gefällt dem Publikum besonders gut.

Kommentar von Anna
Die Klasse hatte, wie es schien, sehr viel Spass und überzeugte mit einer guten Bühnenpräsenz. Zudem war es toll, dass alle Kinder mit einbezogen wurden. Die einzelnen Geschichten wurden nämlich vom Rest der Klasse durch Gestik und Bewegungen unterstützt, was dem Publikum half, der Handlung besser folgen zu können.


Text: Anna Reber, Kantonsschule Solothun
Fotos: Lucienne Isch & Rea Thalmann, Kantonsschule Solothurn

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