Die Geister der Cloud
Jeder kennt den Spruch «Schau nicht zu lange auf den Bildschirm, sonst kriegst du viereckige Augen!» Dieses Stück verkörpert diesen perfekt: Eine Klasse ist ständig am Handy, dadurch gewinnt die KI an Macht und zieht sie in ihren Bann. Nach einem beängstigenden Vorfall realisieren die Kinder, dass sie weniger am Handy sein müssen!
6. Klasse, Dulliken
Leitung: Gabi Schenker
Theaterpädagogin: Manuela Glanzmann
Die Themen Handysucht und KI verursachen grosse Sorgen. Menschen aus allen Altersgruppen wachen am Morgen auf, und was macht man als allererstes? Genau, aufs Handy schauen! Man liest seine Nachrichten beim Aufstehen, checkt die sozialen Medien beim Zähneputzen und ist abgelenkt, während man über die Strassen läuft.
Genau das ist der Fall in diesem Theaterstück. Die Kinder kommen im Klassenzimmer an - und klebten bis vor einer Sekunde noch am Handy. Es klingelt und sie setzen sich genervt hin. Sie müssen Gedichte aufsagen, doch die Kinder wollen nur eins: «Eifach nume chille, das isch was ich will, yeah. Uf was häsch du Bock? Nume umehänge und mitem Handy game, das isch alles, was ich will yeah!»
Die Lehrerin verlässt das Klassenzimmer und zack, sind alle am Handy. Hier ein Gelächter, alle schauen, was es ist, und lachen mit; da eine verzogene Miene, alle schauen, was es ist, und rümpfen die Nase; «Ein neues Video von MrBeast!», alle schauen, was es ist, «Woah! 10 Millionen Dollar!». Die Pausenglocke klingelt und die Kinder rennen auf den Pausenhof. Und was machen sie? Richtig, sie sind am Handy!
Die Pause vergeht wie im Fluge und das zweite Klingeln ertönt. Die Kinder beschweren sich, dass die Pause viel zu kurz sei, um zu spielen, zu reden, Wasser zu trinken, auf die Toilette zu gehen und zu essen.
In einem verwirrenden Traum erleben die Kinder, wie die KI bzw. der Geist der Handysucht und die KI-Abhängigkeit die Kinder im Schlaf wie Marionetten bewegt und beeinflusst. Als die Kinder aus dieser Situation erwachen, einigen sich darauf, dass sie ihr Handy weglegen müssen, doch sie scheitern und werden von der KI in ihren Bann gezogen. In diesem Trancezustand folgen sie den Screens der KI wie Handyzombies, auf und ab, links und rechts, die Augen bleiben auf den Screen gerichtet.
Die Kinder wehren sich gegen den Einfluss der KI, ihre Bewegungen starten langsam und werden immer hektischer und dann – Stille. Die KI muss verschwinden.
«Was für ein Albtraum.», «Händ ihr das au erlebt?», «Das will ich nicht mehr erleben» – das Gefühl von Unwohlsein erfasst erneut die Klasse. «Ich hab Hunger…», die Klasse seufzt und geht daraufhin in die Pause, dieses Mal aber sind die Handys nicht dabei. Die KI zieht erneut durch die Klasse hindurch, um sie in ihren Bann zu ziehen, doch ihre Kraft schwindet mit jeder Sekunde, welche die Kinder nicht am Handy verbringen.
Das Stück endet damit, dass die Schauspieler:innen die negativen Aspekte des Handys und der KI aufzählen. Aber alles hat ja seine positiven Seiten, denn die Schauspielerinnen, welche die KI verkörperten, erinnern das Publikum daran, dass die Kreativität für Kinder zugänglicher macht, Verständnis bringt und nicht verurteilt, wenn man mal eine peinliche Frage stellt: «Trotzdem passet uf und blibet ned z lang am Handy!»
Kommentar Ha-Vy
Der Titel hat mich verwirrt, da «Cloud» sehr offen ist und sich das Stück eher auf Handysucht und KI-Einfluss/Abhängigkeit fokussiert. Auch war nicht klar ersichtlich, dass die maskierten Schauspielerinnen spezifisch die KI darstellen sollen.
Was hingegen sehr gut funktionierte, war die Nutzung der Bühne und die Körpersprache der Schauspieler:innen. Kleine Pannen wurden während der Aufführung leise und (fast) unbemerkt überspielt.
Text: Ha-Vy Grieco, Kantonsschule Olten
Fotos: Janna Marti & Jennifer Thai, Kantonsschule Olten