Improtheater

Mit 21 Schüler:innen wird in fünf einzelnen, voneinander getrennten Szenen eine Zeitreise vorgeführt. Die «Erwachsenen» finden in Kartonkisten einen Gegenstand aus der Vergangenheit. Sie reisen in diese Zeitzurück und erinnern sich, was es mit dem gefundenen Gegenstand auf sich hat.

Leitung: Cécil Steck & Didi Sommer


Die Leitung dieses Ateliers übernahmen Cécil Steck, eine ehemalige Zirkusartistin, und Didi Sommer, ein gelernter Clown. Dass die beiden absolute Profis darin sind, Energie zu bündeln und Kreativität freizusetzen, merkte man sofort. Schon beim Reinkommen waren die Kinder gespannt und voller Vorfreude. Didi und Cécil griffen die Energie der Kinder perfekt auf und griffen das Spiel der Kinder «Schoko Schoko Lala» auf, was die Stimmung sofort auflockerte.

Danach war die Reaktionsschnelligkeit gefragt. Beim Spiel «Zip Zap Boing» schickten die Kinder Klatschen und Geräusche im Kreis herum oder quer durch den Raum. Das forderte viel Konzentration.

Spannend wurde es, als die Kinder in zwei Gruppen eingeteilt wurden. Die eine Gruppe musste einen «Fotoschnappschuss» beschreiben, den die andere Gruppe dann pantomimisch darstellen sollte. Hier kam der eigentliche Improvisations-Teil ins Spiel: Die Kinder durften nicht sprechen. Sie mussten stattdessen genau beobachten, was ihre Kollegen gerade verkörperten, und das Bild dann durch eigene Gesten ergänzen. Das Ziel war es, die Ideen so umzusetzen, dass die anderen sie verstehen, ohne lange zu diskutieren. Die Themen waren bunt gemischt: Vom Skifahren in den Bergen über Glace essen in der Badi bis hin zu Szenen aus einem Horrorfilm im Kino war alles dabei. Ein Kind fragte sogar ganz motiviert: «Cha me au Snowboard fahre?».
Am Anfang war der Eifer fast zu gross: Alle stürzten gleichzeitig auf die Bühne, ohne darauf zu achten, was die anderen machten. So passierte es, dass plötzlich vier Bären gleichzeitig auf der Bühne standen, was für viele Lacher sorgte. Doch nach ein paar Versuchen klappte das Zusammenspiel super und es entstanden richtig stimmige Standbilder, wie zum Beispiel eine komplette Basketball-Szene inklusive Korb.

Ein absolutes Highlight war das von den Kindern getaufte «Bermudaviereck», das mit Klebeband auf dem Boden markiert worden war. Die Regel war folgende: Die Kinder liefen normal durch den Raum, doch sobald sie einen Fuss in das Viereck setzten, mussten sie komplett durchdrehen und «den Verrückten» rauslassen. Es war beeindruckend zu sehen, wie die Kinder aus sich herauskamen. Sie wurden zu zischenden Schlangen, brüllenden Monstern oder kraulten wild am Boden herum. Sobald sie das Feld wieder verliessen, liefen sie weiter, als wäre absolut nichts geschehen.

Auch das Spiel «Assimilation» forderte ihre Aufmerksamkeit heraus. Alle sassen im Kreis und schnippten synchron. Didi startete mit einem Wort, zum Beispiel «Apfel», und die nächste Person musste beim nächsten Schnipp sofort sagen, was ihr dazu einfiel, etwa «Wurm». Es musste keine logische Erklärung geben. Spannenderweise landeten beide Klassen, die ich besucht habe, am Ende ihrer Kette beim Begriff «Mona Lisa» – ein lustiger Zufall.

Zum Abschluss gab es noch eine Freeze-Übung. Zu zweit mussten die Kinder einen Begriff auf einem Zettel als unbewegliches Bild darstellen. Selbst schwierige Begriffe wie «Stehlampe» oder «Sattel» wurden einfallsreich umgesetzt. Einmal rief jemand bei einem Bild ganz überzeugt: «Leichenwagen!», worauf ein lachendes «Falsch!» zurückkam.

Als es hiess: «Das isch leider scho der Schluss gsi», hörte man von allen Seiten ein langes, enttäuschtes «Ooooh!».

 

Kommentar von Aleksija
Ich fand es sehr unterhaltsam zu sehen, wie die Kinder anfangs noch zurückhaltend waren, dann aber aus sich herausgekommen sind. Es war beeindruckend, wie engagiert sie mitgemacht haben und wie viel Kreativität in ihnen steckt, wenn sie mal Dinge tun dürfen, die im Schulalltag eher verboten sind – wie z.B. laut brüllen oder sich am Boden wälzen.


Text: Aleksija Milojevic, Kantonsschule Solothurn
Foto: Ennio Massoni, Leticia Sienicki &  Ümmet-Ali Zilkifli, Kantonsschule Solothurn

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